Tag 10 – Vom Nordkap nach Finnland

Heute mussten wir die Nordkap-Insel bereits wieder verlassen. Unsere Fahrt ging südwärts – wohin auch sonst, vom Nordkap aus gibt es nicht viele andere Möglichkeiten. Kurz vor der finnischen Grenze besuchten wir ein Museum über die samische Kultur. Kurz darauf überquerten wir die Grenze, stellten die Uhren um eine Stunde vor und fuhren nun durch scheinbar endlose Wälder.

Gegen Nachmittag erreichten wir Inari am gleichnamigen See. Hier besuchten wir das sehr interessante Sami-Museum “Siida”, welches sich dem täglichen Leben der Samen in den extremen Klimabedingungen des Nordens widmet. Das angrenzende Freilichtmuseum zeigte die verschiedenen Behausungen für Mensch und Tier sowie zahlreiche Fallen für das Fangen von wilden Tieren. Ein paar Kilometer weiter erreichten wir unser Tagesziel – das Städtchen Ivalo, wo wir im Hotel eincheckten und zu Abend assen.

Tag 9 – Hurtigruten, Bird Safari & Nordkap

Startversuche

Bereits um 5 Uhr klingelte uns der Wecker aus dem Bett, da wir bereits um 5:45 Uhr für unsere Schiffsfahrt mit der Hurtigruten einschiffen mussten. Nachdem wir unser Auto in den Tiefen des Schiffs geparkt hatten, reservierten wir uns die besten Fensterplätze für die Fahrt nach Honningsvag. Entlang der grandiosen Küste Norwegens fuhren wir nach Norden und näherten uns immer mehr dem nördlichsten Punkt Europas. Kurz vor Mittag erreichten wir Honningsvag, den Hauptort auf der Insel des Nordkaps. Nach dem Einchecken fuhren wir als erstes nach Gjesvaer, wo wir an einer “Bird Safari” teilnahmen. Dick eingepackt fuhren wir mit dem Boot zu einem grossen Felsen vor der Küste hinaus, wo sich Tausende Vögel versammelt hatten. Im Wasser schwammen ganze Scharen von Puffins – den lustigen Pinguintauchern. Hinzu kamen noch Möwen, Basstölpel, Kormorane und viele mehr. Immer wieder zeigten sich auch Seeadler, welche sich majestätisch von den Klippen abhoben und den Felsen entlang flogen. Während der 90 minütigen Fahrt kamen wir aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Einzig der kalte Wind war ein bisschen unangenehm – und dies obwohl wir praktisch alle Kleider trugen die wir dabei hatten.

Nach dem Anlegen im Hafen und einem heissen Kaffee/Schokolade fuhren wir weiter in Richtung Nordkap. Auf der ganzen Insel war kein einziger Baum zu sehen – nur Steine und grüne Wiesen, auf welchen sich zahlreiche Rentiere satt assen. Kurz vor dem Nordkap kletterten Andreas und ich auf eine kleine Anhöhe hoch, von wo aus sich ein Panoramablick auf den Nordkap-Felsen und die unter uns liegende Bucht bot. Danach kamen wir zum Nordkap – dem nördlichsten Punkt von ganz Europa. Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, die typischen Touristenfotos vor der grossen Erdkugel-Skulptur zu schiessen. Leider liess der bedeckte Himmel keine Sonnenstrahlen hindurch und so blieb das typischste Foto mit der Mitternachtssonne hinter der Erdkugel aus.

Nach dem Besuch des Souvenirshops schauten wir uns noch den Kurzfilm im Panoramakino an, bevor wir wieder zurück nach Honningsvag fuhren. In einem nahen Restaurant assen wir fein Znacht, bevor Andreas und ich den Abend mit Fischen im Hafen verbrachten.

Tag 8 – Von Alta nach Hammerfest

Kleines Fischerdorf

Heute lag nur eine kurze Strecke von 140km vor uns, bis wir unser Hotel in Hammerfest erreichten. So hatten wir den ganzen Nachmittag zur “freien” Verfügung. Als wir ankamen, mussten wir zuerst unser Hotel suchen. An der uns gegebenen Adresse fanden wir nur eine grosse Baustelle vor. Als wir uns in einer nahen Bar nach unserem Hotel erkundigten erklärte uns die Wirtin, dass unser Hotel seit über einem Jahr umgebaut wird und erst im Herbst wieder eröffnet. Es gebe aber noch ein zweites Hotel dieser Kette in der Stadt und so versuchten wir es dort. Und tatsächlich waren in diesem Hotel zwei Zimmer für uns reserviert.

Nach dem Einchecken besuchten wir die nahe “Polar Bear Society”, ein kleines Museum, das sich dem Erhalt der Eisbären widmet. Später folgten wir einem kurzen Wanderweg auf eine Anhöhe, von wo aus man eine schöne Übersicht auf die unter uns liegende Stadt hatten. Als Shoppingparadies konnte man Hammerfest wahrlich nicht bezeichnen, und so unternahmen wir um 4 Uhr eine Sightseeing Bootsfahrt. Das reguläre Kursschiff fuhr mehrere winzig kleine Fischerdörfer an, welche in einesamen Buchten lagen. An Deck wurde es durch den Fahrtwind eisig kalt, doch Andreas und ich harrten tapfer aus, um Fotos von der schönen Landschaft zu schiessen.

Am Abend assen wir im einzigen Restaurant das wir finden konnten Znacht, bevor wir früh ins Bett gingen. Morgen mussten wir nämlich früh aus den Federn, damit wir nicht unser Schiff verpassten.

Tag 7 – Von Tromsö nach Alta

Felsmalereien im Alta Museum

Nach dem Frühstück fuhren wir die rund 30 minütige Strecke bis zur ersten Fähre, die heute auf dem Programm stand. In allerletzter Minute erreichten wir die Fähre nach Svensby – sonst hätten wir etwa 90 Minuten warten müssen. Die Überfahrt nach Svensby und die anschliessende zweite Fährfahrt nach Olderdalen konnten wir dann gemütlicher angehen. Die Strecke weiter nach Alta führte durch bergiges Gebiet, meist entlang der Küste. Das Wetter war abwechselnd sonnig und regnerisch. Auf der Passhöhe hatten wir leider dichten Nebel, so dass wir den fünftgrössten Gletscher Norwegens nicht sehen konnten, der auf der anderen Seite des Fjords direkt ins Meer kalbt. Wir legten daher einen kleinen Umweg ein, um doch noch einen Blick auf den Gletscher werfen zu können.

Wir trafen am Nachmittag in Alta ein und erkundigten uns erst einmal im Hotel, welche Aktivitäten in Alta empfehlenswert sind. Zuerst besuchten wir das Holmen Hundesenter, eine Hundeschlittenzucht. Wir wollten eigentlich eine kurze Tour mit den Hunden machen, doch leider war das Wetter zu warm für die Hunde um zu rennen. Wobei “warm” wirklich relativ ist… wir wären ein paar Grad mehr nicht abgeneigt, aber die Hunde überhitzen bei mehr als 14 Grad. So wurde uns stattdessen eine kurze Führung durch das Hundecenter mit seinen 75 Huskies angeboten. Vor allem der Wurf der siebenwöchigen Welpen hat es uns angetan. Einfach herzig!

Anschliessend besuchten wir das Alta Museum, welches mit seinen bis zu 6000 Jahre alten Felszeichnungen zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Auf Holzplanken führt ein Rundweg an den zahlreichen Felsen vorbei, wo die Ureinwohner vor allem Tiere und Menschen gezeichnet hatten.

Tag 6 – Von Svolvaer nach Tromsö

Heute mussten wir die schönen Lofoten bereits wieder verlassen, da wir für unsere nächste Übernachtung ein Hotel weiter nördlich in Tromsö gebucht hatten. Am Morgen regnete es ziemlich stark, als wir die Koffer in unser Auto luden. Auch auf der Weiterfahrt blieb das Wetter ziemlich schlecht, wodurch wir auch nicht allzu viele Fotostopps einlegten, bis wir Tromsö erreichten. Nach dem Einchecken im Hotel besuchten wir zuerst das arktische Aquarium “Polaria”. Besonders die Fütterung der Robben war interessant. Nach dem Aquarium stand das Polarmuseum auf dem Programm, welches hauptsächlich von den Polarexpeditionen handelte.

Gegen Abend klarte das Wetter auf und die Sonne schien. Wir wollten die gute Sicht ausnützen und fuhren mit der Luftseilbahn auf den 420m hohen Berg Storsteinen hoch, von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Fjorde hat. An einigen Stellen lag sogar noch Schnee und so konnten wir mitten im Hochsommer Schneebälle werfen.

Tag 5 – Wikingermuseum & Fjordabenteuer

Seeadler kreist über unseren Köpfen

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Borg, wo wir das bekannte Wikingermuseum besuchten. Während einer Führung durch das imposante Haupthaus der Wikinger aus dem 7. Jahrhundert  wurden uns viele interessante Dinge über das Alltagsleben der Wikinger erzählt. Neben dem 83m langen Haupthaus war auch die Replika eines Wikingerschiffs sehr eindrücklich. Wir konnten uns auch noch im Bogenschiessen und Axtwerfen messen, bevor wir wieder zurück nach Svolvaer fuhren. Dort erwischten Dani und ich gerade noch die Nachmittagstour der Seeadler-Safari, während Grit und Andreas das Lofoten-Aquarium und Museum besuchten.

Dani und ich mussten einen wasserdichten Overall anziehen, bevor die Fahrt mit dem superschnellen Raftingbooten begann. Als der Skipper Vollgas gab hatten wir das Gefühl, über die Wellen zu fliegen. Während links und rechts die wunderschöne Landschaft mit hohen Bergen und einsamen Fischerhütten an uns vorbeihuschten, mussten wir uns je nach Wind und Wellengang richtig festhalten, um nicht vom Boot geweht zu werden. Auf einem Felsen entdeckten wir einen ausgewachsenen Seeadler, der jedoch bei unserem Anblick reissaus nahm. Wir fuhren weiter bis in den sagenumwobenen Trollfjord, wo die Felswände senkrecht über 1000m aus dem Wasser ragen. Auf der Rückfahrt konnten wir mehrere Seeadler erblicken, die auf den felsigen Inseln sassen und majestätisch über unsere Köpfe kreisten.

Nach diesem Abenteuer trafen wir Grit und Andreas im Hotel und fuhren ins malerische Fischerstädtchen Henningsvaer, wo wir nach einem Spaziergang durch das Dorf in einem Fischrestaurant Znacht assen.

Tag 4 – Fahrt auf die Lofoten

Bergwelt der Lofoten

Unser heutiges Tagesziel waren die Lofoten, die wunderschöne Inselgruppe an der Westküste von Norwegen. Um so schnell wie möglich dort anzukommen verliessen wir heute morgen das Hotel sehr früh und machten uns auf den Weg. Die Gegend wurde zunehmends karger und felsiger, je näher wir der norwegischen Grenze kamen. Das Grenzdorf Riksgränsen bestand aus dutzenden kleinen Hütten, die an den zahlreichen Bergseen verteilt lagen. Ein wirklich wunderschöner Anblick.

Auf der Weiterfahrt in Norwegen erblickten wir zum ersten Mal das Meer. Nach einer kurzen Pause in Narvik ging die Fahrt der Küste entlang weiter, bis wir in Skarberget die Fähre nach Bognes und weiter nach Lodingen nahmen. Nach den rund 30 bzw 60 minütigen Schiffsfahrten erreichten wir die Lofoten. Unser Hotel lag im grössten Ort der Inselkette, in Svolvaer. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch das Zentrum genossen wir ein feines Nachtessen in einem Restaurant direkt beim Hafen.

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